Neue Guidelines CPR

Seit der weltweiten Vereinheitlichung der Richtlinien zur Reanimation im Jahr 2000 haben neuere Daten den Wissensstand erweitert. Auführliche Analysen aller relevanten Studien haben in der Zusammenarbeit von American Heart Association (AHA), European Resuscitation Council (ERC) und anderer Organisationen zu den neuen Guidelines 2005 geführt. Die wesentlichen Veränderungen resultieren aus der Erkenntnis, dass im Rahmen des alten Algorithmus nicht genügend Zeit für die Herzdruckmassage zur Verfügung stand und die Patienten durch die langen Strecken ohne „Notkreislauf“ nicht ausreichend versorgt geblieben sind.

Die wesentliche Änderung
besteht im größten Augenmerk auf einer möglichst ununterbrochenen und
effektiven Herzdruckmassage durch:

  1. Vereinfachung des BLS-Algorithmus:
    Bewusstlos + keine normale Atmung = HDM!
    (aufgelassen wurde somit die komplizierte Abfolge der Überprüfung der Vitalfunktionen einschl. die 2 initialen Beatmungen, umständliches Puls tasten auch für Profis sowie Rippenbogen suchen)
  2. Verhältnis Beatmung:HDM = 2:30 für alle Patienten (außer Neugeborene)
  3. - 2 Minuten CPR vor Defibrillation: gilt für OHCA*), der nicht von Profis beobachtet wird
    - ALS-Algorithmus: 1 Schock (360J) gefolgt von 2 Minuten CPR vor der nächsten Analyse
    - KEIN Schock im Zweifel VF oder Asystolie
    - Adrenalin bei VF/VT erst nach dem 2. erfolglosen Schock
    - Amiodaron bei VF/VT nach 3 erfolglosen Schocks 300 plus ev. 150 mg

 

Volltext der Guidelines: www.erc.edu, www.americanheart.org/eccguidelines  oder über einen link auf der ÖNK-Homepage www.notarzt.at  gerne senden wir auf Wunsch auch ein pdf-file über E-Mail (3MB). Die deutsche Übersetzung wird voraussichtlich schon im Jänner 2006 im Springer-Verlag erscheinen, auch ist eine Pocket-Version in Arbeit. Nach Adaptierung des Unterrichtsmaterials können dann im Frühjar 2006 bereits die ersten neuen ERC-Kurse angeboten werden (Termine unter www.arc.or.at )

 

Relevanz für die Praxis im Rettungsdienst:

Die neuen Empfehlungen können und sollen ab sofort umgesetzt werden.
Für Sanitäter bedeutet dies, Reanimation im Verhältnis 2:30, der übrige Reanimationsablauf erfolgt nach AED-Algorithmus: dieser wird softwaremäßig so bald wie möglich geändert – Sanitäter reanimieren nach Vorgabe des Defibrillators. In den laufenden Fortbildungen werden ab sofort die neuen Richtlinien trainiert.
Thrombolyse: Die Überlegungen dazu sind für uns bis auf weiteres in TROICA gelöst
Milde therapeutische Hypothermie nach ROSC
+): im Krankenhaus bewiesener Benefit;
wir starten dazu im Frühjahr eine prähospitale Studie (Kühlung schon im NAW)